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i n m e m o r y o f h a n s k r ü s i . . .]

werner fischer

Anlässlich seiner ersten Ausstellung 19XX in St. Gallen lernte
ich Hans Krüsi kennen. Ich kaufte drei Bilder und beim
Verabschieden fragte er mich: "Wie verdienst Du Dein Geld?"
Ein wenig überrascht, antwortete ich ihm, dass ich mit Wohnungen
zu tun hätte. Hans Krüsi lachte und meinte: dann kannst
du mir gleich eine Wohnung finden, man hat mir gekündigt. In
diesem Moment ahnte ich noch nicht, wie manchmal ich
für HK ein neues Zuhause suchen musste. Das war der Anfang
einer langjährigen Beziehung, die zur lebenslangen Freundschaft
wurde – für uns beide.

Die Begegnungen und Erlebnisse mit Hans Krüsi über all die Jahre
festigten die Beziehung und stärkte das gegenseitige Vertrauen
mit ihm und der ganzen Familie. Er fühlte sich zum erstenmal irgendwo
Zuhause. Frau Anita Fischer begleitete und versorgte ihn bis
zur letzten Stunde.


Einige Erinnerungen

Zum 75. Geburtstag wurde im Kunstmuseum des Kantons Thurgau
eine Retrospektive "Hans Krüsi, wüste Kläuse, wilder Kerle,
Kuh Rosa" eröffnet. Im feierlichen Rahmen, umringt von sämtlicher
Prominenz, wollte der Konservator, Markus Landert, den Künstler
mit Handschlag begrüssen. Dieser schaute ihn erstaunt an und
fragte: Bisch du de Pfarrer?

1983 stellte der Kunstverein Thurgau in Bernerhaus in Frauenfeld
eine Krüsi- Ausstellung auf die Beine, um die Kosten einer
notfallmässigen Gallenoperation zu finanzieren. Hans freute sich
am grossen Publikumsaufmarsch, fand aber die ausgestellten
Werke zu teuer und begann Bilder aus dem Rucksack zu Schleuder-
preisen, an einige Anwesenden zu verkaufen.


Werner fischer

 

Hans Krüsi